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Atypische Arbeitsverhältnisse nehmen in Passau weiter zu

LINKE fordern die Einführung einer Vergabesatzung und einen Stadtpass, der die Teilhabe gewährt

Wie DIE LINKE Passau mitteilt, stieg die Zahl der atypischen Arbeitsverhältnisse in Niederbayern und Passau weiter an. Anfragen der Linken im Bundestag zeigen, dass sich die Zahl der Teilzeitbeschäftigten seit 2008 um 66 Prozent auf 12.397 erhöht hat. Damit liegt die Teilzeitquote deutlich über der Bayerischen. Als besorgniserregend bezeichnet Linken OB Kandidat Josef Ilsanker, dass in Passau mittlerweile 4004 Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor arbeiten und auch die Zahl der Leiharbeitnehmer*innen weiter anstieg. Dazu Ilsanker: „Leiharbeit ist Lohndumping zu Lasten der Beschäftigten. Schaut man auf die Medianlöhne, verdienen Leiharbeiter*innen in Passau 38,3 Prozent weniger Gehalt als ihre ordentlich beschäftigten Kollegen. Trotz gleicher Arbeit bekommen also Leiharbeitnehmer*innen gemessen am Medianlohn 1297 Euro weniger als ihre Kolleg*innen.“ Auch sei die Zahl der Passauer*innen, die einer geringfügen Beschäftigung nachgehen, weiter angestiegen. Mittlerweile gehen 22,5 Prozent der Passauer*innen einer geringfügen Beschäftigung nach. Zweidrittel davon, also 6955 Menschen, sind dabei ausschließlich geringfügig beschäftigt.
Ilsanker kommentiert diese Zahlen: „Damit sehen wir die dunkle Seite der neu geschaffenen Arbeitsplätze: Nicht jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz ist ein guter Arbeitsplatz. Atypische Arbeitsverhältnisse gefährden die gesellschaftliche Teilhabe und spalten die Stadtgesellschaft.“ DIE LINKEN schlagen deshalb eine Reihe von Maßnahmen vor, damit die Teilhabe der Betroffenen gewährleistet wird und atypische Arbeitsverhältnisse reduziert werden. Dazu Linken Spitzenkandidat Ilsanker: „Neben bezahlbaren Wohnraum brauchen wir einen Stadtpass für Menschen mit geringen Einkommen, der die gesellschaftliche und soziale Teilhabe garantiert.“ Laut LINKEN sollen Menschen mit einem Stadtpass ein vergünstigtes Grundkontingent an Strom sowie vergünstigte Bustarife erhalten. Städtische Einrichtungen, Vereine, Museen und Veranstalter, die seitens der Stadt unterstützt werden, sollen ihre Mitgliedsbeiträge bzw. Eintrittspreise für Stadtpass Besitzer*innen reduzieren. Alle Maßnahmen werden durch die Stadt refinanziert.
Als weitere Maßnahmen fordern die Passauer LINKEN die Einführung einer Vergabesatzung, die alle Auftragnehmer*innen öffentlicher Aufträge sowie ihre Subunternehmer zur Tariftreue und fairen Arbeitsbedingungen verpflichtet. Zudem will Ilsanker, dass man zukünftig bei der Ansiedlung neuen Gewerbes und neuer Industrie darauf achtet, dass diese gute Löhne und Arbeitsbedingungen sowie zukunftsorientierte Produkte und nachhaltige Produktionsweisen vereinen. „Wir brauchen gute und nachhaltige Arbeitsplätze anstelle von Lohndumping, Unsicherheit und Ressourcenverschwendung. Das ist sozial und ökologisch“ so Ilsanker abschließend.