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Bildung – gebührenfrei, inklusiv, gerecht

LINKE Bildungsexpertin Nicole Gohlke diskutiert in Passau das Thema Bildungsgerechtigeit

Quer über alle Parteien wird Bildung ein hoher Stellenwert eingeräumt. Doch warum gibt es in einem reichem Land wie Deutschland, dann einen so überdurchschnittlichen großen Abstand zwischen Ärmeren zu Privilegierten? Diese und weitere Fragen gingen die Passauer Linken im Wirtshaus „Zum Grünen Baum“ nach.  Als Referentin hatten sie die Hochschul- und Wissenschaftspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag, Nicole Gohlke zu Gast.

Nicole Gohlke nannte die derzeitige Bildungsversorgung eine „Notfallversorgung statt zukunftsweisend“, da allein in Bayern 7.300  Fachkräfte in KITA´s fehlen und auch bei den Lehrern letztes Jahr 15.000 Stellen in Deutschland unbesetzt blieben. Als Gründe nannte Gohlke schlechte Arbeitsbedingungen. Aber auch in der Ganztagsabdeckung, die insgesamt nur 40% beträgt, schneidet Bayern schlecht ab. Dabei wäre Bildung ein wichtiges Argument für sozialen Aufstieg und gesellschaftlicher Teilhabe. Denn Nicole Gohlke betonte: „so wie es jetzt ist, wird die Spaltung der Gesellschaft noch verstärkt. Die Angst ist zurecht verbreitet, dass formal niedrigere Bildungsabschlüsse erst recht in die Prekariat führen.“ Das zeigt sich in den massiv steigenden Studierendenzahlen. Regina Ertl, Spitzenkandidatin der Linken findet:“ Die Universität ist ein wichtiger Teil der Bildungsstadt Passau. Damit die Studierenden gute Studienbedingungen vorfinden sei es wichtig, dass wir in Passau in Kooperation mit dem Studentenwerk  für ausreichend bezahlbare Wohnheimplätze sorgen. Das sorge für mehr Chancengleichheit, da Studierende aus finanziell schwächeren Haushalten aufgrund der hohen Miete oft auf einen Job angewiesen seien und damit weniger Zeit fürs Studium/ Lernen haben. Es wäre aber auch wichtig die finanziellen Mittel für die VHS zu erhöhen und das Kurangebot auszuweiten, denn mit dem technologischen Wandel und der Transformation der Arbeitswelt, sowie der Digitalisierung werden lebenslange Weiterqualifikation unabdingbar. Nicole Gohlke erklärte, dass jahrzehntelange, chronische Unterfinanzierung und neoliberaler Umbau das öffentliche Bildungssystem runter gewirtschaftet haben und dadurch ein privater Bildungsmarkt angewachsen ist, dieser beschleunigt jetzt die Spaltung der Gesellschaft zusätzlich. Um dieser sozialen Spaltung entgegenzuwirken fordert Nadine Schleiß, Listenplatz 3, auch kommunales Anstrengungen. Kindern aus Haushalten mit geringen Einkommen solle ein kommunales Bildungspaket zur Verfügung gestellt werden. Dieses Bildungspaket, welches unbürokratisch über den von den Linken geforderten „Stadtpass“ bezogen werden kann, soll u.a. Mittel für Lehrmaterialien aber auch für Schulausflüge und Nachhilfe bereit halten und bestehende Förderungen ergänzen.