Zum Hauptinhalt springen
v.l.n.r.: Susannah Davis, Martin Ascher, Dennis Neubert, Meike Fromm, Regina Ertl, Nadine Schleiß

Ertl und Neubert als Kreisvorsitzende der Passauer LINKEN gewählt

Eigentlich hätten die Mitglieder des Kreisverbandes Passau der Partei DIE LINKE bereits im Mai ihren Kreisvorstand neu gewählt. Coronabedingt war dies jedoch nicht möglich, sodass nun am 02. September im Gasthaus Hofwirt in Hals die im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Vorstandswahlen nachgeholt wurden. Dabei wurden Regina Ertl und Dennis Neubert in einer Doppelspitze als Kreisvorsitzende gewählt und lösen Josef Ilsanker ab, der nach sechs Jahren an der Spitze nicht erneut kandidierte. Ilsanker werde sich zukünftig auf seine Arbeit als Stadtrat konzentrieren und den neuen Vorstand mit seiner dortigen Arbeit unterstützen.

Regina Ertl, Gestalterin für visuelles Marketing und Mutter eines 2-jährigen Sohnes, war bei den Kommunalwahlen im März neben Ilsanker als Spitzenkandidatin ihrer Partei angetreten. Dennis Neubert leitet seit 2019 das Passauer Bürgerbüro des LINKEN-Bundestagsabgeordneten Andreas Wagner.
Als Schatzmeister wurde der Lehrbeauftragte Martin Ascher im Amt bestätigt, als Beisitzerinnen komplettieren die medizinische Fachangestellte Nadine Schleiß, die Lehrbeauftragte Meike Fromm und die Englisch-Lektorin Susannah Davis das Gremium.

Im Fokus des neuen Vorstandes sollen unter anderem eine bessere finanzielle Unterstützung von Initiativen der Frauenhilfe, die Sicherstellung eines uneingeschränkten Zugangs zu legalem Schwangerschaftsabbruch in Passau und die Einführung einer kommunalen Vergabesatzung stehen. Ertl betonte bei ihrer Vorstellung, wie wichtig es sei, dass die Stadt rasch finanzielle Unterstützung für die Frauenhilfe bereit stellt. „Laut Frauenhaus-Vorsitzender sind alle Plätze belegt. Wo soll man dann also hin in einer Notsituation? Frauen gehen nicht nur Frauen etwas an, sondern uns alle! Das sieht man allein daran, dass Frauen gut zwei Drittel der Beschäftigten in den sogenannten systemrelevanten Berufen ausmachen. Hier besteht akuter Handlungsbedarf! Unser Stadtrat Josef Ilsanker hat bereits einen Antrag im Stadtrat eingereicht. Nun muss parteiübergreifend und vor allem schnell gehandelt werden“, so die Kreisvorsitzende.

Wie Co-Kreisvorsitzender Neubert berichtet, hat sich die Mitgliederversammlung einstimmig dafür ausgesprochen, dass der neue Kreisvorstand zusammen mit Stadtrat Josef Ilsanker einen Stadtratsantrag zur Einführung eines „Stadtpasses“ in Passau erarbeitet. Dies forderte die Partei bereits in ihrem Kommunalwahlprogramm. „Seit Jahren liegt der Anteil von Kindern, die in Passau in Armut leben müssen, weit über den bayerischen Durchschnitt. Es wird höchste Zeit, auf kommunaler Ebene gegen zu steuern. Wir brauchen endlich einen Stadtpass für Menschen, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt, um ihnen den Zugang zu Bildung, Kunst, Kultur, Gesundheit, Sport, Internet und Mobilität durch vergünstigte Eintritte und Tarife zu ermöglichen“, so Neubert. Dazu gehöre auch, dass für die Betroffenen ein Sozialtarif für Gas- und Strom bei den Stadtwerken eingerichtet werde, um beispielsweise Stromsperren zu vermeiden.

Die neuen Vorsitzenden zeigen sich abschließend sehr zufrieden mit der Zusammensetzung des Gremiums: „Mit unserem neuen Kreisvorstand haben wir ein motiviertes und dynamisches Team, das viele Ideen hat, welche es zusammen mit unserem Stadtrat Josef Ilsanker umsetzen möchte. Auch für die anstehenden Bundestagswahlen im kommenden Jahr sehen wir den Kreisverband gut aufgestellt“, so Ertl.