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Fahrradkonzept: Mit Straßenmalerei kommen wir nicht weiter

LINKE fordert mehr vom Autoverkehr baulich getrennte Radwege

Die Stadt Passau hat unlängst ihr Radkonzept vorgestellt. Es enthält ­– soweit man das in der Kürze der Zeit beurteilen kann – eine Reihe von Verbesserungen, die wir grundsätzlich begrüßen. Dazu zählen z.B. der neue Radweg an der St 2125/B85 und die Schaffung neuer Abstellanlagen für Fahrräder. Wirklich zufrieden kann aber nur sein, wer seine Erwartungen bereits im Vorfeld gehörig heruntergeschraubt hat.

Ein Radkonzept muss sich daran messen lassen, dass es mehr Menschen auf das Fahrrad lockt. Für viele, die wir zum Verzicht auf das Auto bewegen möchten, wird der Bus nämlich keine brauchbare Alternative darstellen. Die Stärkung des Radverkehrs ist darum der zentrale Baustein in einer zukunftsorientierten städtischen Verkehrspolitik. Es lässt sich aber bereits jetzt absehen, dass das Radkonzept diesem Anspruch nicht gerecht wird.

Die meisten Menschen (60 Prozent) sind im Hinblick auf das Radfahren in der Stadt „interessiert, aber besorgt“, d.h. sie würden prinzipiell gern mit dem Rad fahren, trauen sich aber angesichts der aktuellen Infrastruktur nicht.[1] Diesen potentiellen Radlerinnen und Radlern muss man sichere und vor allem vom Autoverkehr baulich getrennte Radwege anbieten. Solche Maßnahmen sieht man im Radkonzept viel zu selten. Das Markieren von Schutzstreifen hingegen – wie es im Konzept an vielen Stellen vorgeschlagen wird – ist vergebene Liebesmüh. Dazu erklärt Kai Hofmann, Sprecher des KV Passau in Sachen Radverkehr: „Mit Straßenmalerei allein kommen wir nicht weiter. Wer bis jetzt in Passau nicht mit dem Fahrrad gefahren ist, wird seine Meinung angesichts eines – lediglich durch ein wenig Farbe gesicherten – ‚Schutzstreifens‘ nicht ändern. Das Radkonzept greif hier viel zu kurz.“

Wir fordern, Fahrradfahrer im Verkehr konsequent zu schützen und mehr echte Radwege anzulegen. Die Radler dürfen nicht länger die Lückenbüßer des Verkehrs sein, denen man jenen Platz zuweist, der im öffentlichen Raum gerade noch übrigbleibt. Der öffentliche Raum muss stattdessen neu verteilt werden.

 


[1] www.zeit.de/mobilitaet/2019-05/verkehrswende-radwege-fahrradfahrer-lobbyismus-adfc/seite-2