Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Personalabbau entlang der Bahnstrecke Passau-Landshut „absolut inakzeptabel“ – DIE LINKE. unterstützt Unterschriftenaktion der EVG für den Erhalt des Schalterbetriebs

Der Kreisvorstand der Passauer LINKEN hat sich auf seiner Sitzung am Dienstag (25.05.2021) eingehend mit dem Personalabbau der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) entlang der Bahnstrecke Passau-Landshut beschäftigt. Davon betroffen sind auch der Passauer Hauptbahnhof sowie der Bahnhof Vilshofen. Nach Plänen der BEG sollen in Passau die Öffnungszeiten des Kartenverkaufs reduziert und in Vilshofen soll ab 2023 der Schalterbetrieb durch ein Videoreisezentrum ersetzt werden. Für den LINKEN-Kreisvorsitzenden Dennis Neubert sind die Pläne der BEG „absolut inakzeptabel“ und müssten umgehend korrigiert werden.

„Auf unserer Sitzung waren wir uns schnell einig, dass wir als LINKE dieses Vorhaben selbstverständlich auf Schärfste ablehnen“, berichtet Neubert. „Die Pläne, den Schalterbetrieb abzuschaffen oder zumindest zu reduzieren, ist nichts weiter als ein durchschaubarer Versuch, Kosten zu Lasten der Reisenden und Beschäftigten sparen zu wollen. Solche Maßnahmen torpedieren die dringend notwendige Verkehrswende, die nur gelingen kann, wenn auch ein attraktives Angebot im ÖPNV existiert. Und attraktiv ist ein Angebot nur, wenn es verlässlich, kundenfreundlich und serviceorientiert ist. Dass man der Bahn diese Eigenschaften nicht unbedingt zuschreiben kann, ist leider nicht erst seit den angekündigten Maßnahmen bekannt. Doch so kann das mit der Verkehrswende nichts werden“, so der LINKEN-Kreisvorsitzende.

Dass die Videoreisezentren jüngst von der Bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) angepriesen wurden, da sie in erster Linie Vorteile mit sich brächten, findet Neubert befremdlich. „Von der Ministerin wurde als ein Vorteil genannt, dass die Videoreisezentren unter der Woche und auch am Wochenende deutlich länger geöffnet seien. Das ist schon ein starkes Stück! Wenn dies das Ziel ist, kann das auch erreicht werden, indem man gut ausgebildete und ordentlich, das heißt nach Tarif bezahlte Servicekräfte an die Schalter setzt. Denn Menschen brauchen Menschen als Ansprechpartner, wenn sie Hilfe suchen. Dass Frau Schreyer dieses umstrittene Projekt gegen den Willen der Gewerkschaften und der Bevölkerung unterstützt zeigt, wie weit sich die CSU inzwischen von den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entfernt hat. Die Ministerin scheint in ihrer eigenen Welt zu leben“, attestiert Neubert. Am Ende werde sich zeigen, dass nicht die Reisenden profitierten, sondern einzig und alleine die Deutsche Bahn, die mit freundlicher Unterstützung der CSU sich einen schlanken Fuß machen wolle und dabei den Service sträflich vernachlässige.

„Für DIE LINKE ist klar: Wer ernsthaft eine Verkehrswende will, muss diese sozial gestalten. Dazu gehört neben gut bezahlten und sicheren Arbeitsplätzen auch, dass alle Menschen mitgenommen werden. Wer ab und zu mit der Bahn fährt, sieht immer wieder wie ältere Menschen oder jene mit einer Behinderung schon jetzt oftmals ihre Probleme bei der Bedienung von Fahrkartenautomaten haben oder im Tarifdschungel einfach nicht mehr durchblicken. Diese Menschen bleiben dann im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Das ist nicht nur ausgrenzend und sozial zutiefst ungerecht, sondern auch schädlich für das Erreichen einer sozial-ökologische Mobilitätswende“, so der LINKEN-Politiker.

Neubert weiter: „Wir stehen an der Seite von Gewerkschaft und Fahrgästen, die für den Erhalt des Schalterbetriebs kämpfen und unterstützen als Kreisverband daher auch die Unterschriftenaktion der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.“ Seine Partei rufe daher die Bevölkerung auf, sich an der Unterschriftensammlung zu beteiligen. Im Bürgerbüro der LINKEN in der Ostuzzistraße 1 in Passau liegen ab kommender Woche Unterschriftenlisten aus und diese können dort auch zum Sammeln von Unterschriften im Bekanntenkreis abgeholt werden. Eine kurze vorherige telefonische Anmeldung unter 0851-98832698 wird empfohlen. Zudem ist eine Beteiligung an der Aktion auch online unter https://www.evg-online.org/index.php?id=1593 möglich.