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Prekär, Teilzeit, weniger Lohn: DIE LINKE. macht zum Internationalen Frauentag am 08. März auf die Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben aufmerksam

Bayern liegt im bundesweiten Trend, was die Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben angeht. Auch im Freistaat arbeiten Frauen weitaus häufiger als Männer in Teilzeit oder gar auf geringfügiger Basis. Von den 1,6 Mio. Teilzeit-Beschäftigten in Bayern waren im Juni 2020 1,3 Mio. weiblich. Auf geringfügiger Basis arbeiten zudem fast doppelt so viele Frauen wie Männer. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Bayrische Lebens- und Arbeitsrealitäten“ der bayerischen Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl und der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag hervor.

Bei den Löhnen liegen Frauen im Freistaat sogar leicht unter dem westdeutschen Durchschnitt. Das Medianentgelt von vollzeitbeschäftigter Frauen liegt in Westdeutschland bei 3.182 Euro, in Bayern um 12 Euro darunter. Eine vollzeitbeschäftigte Frau verdiente in Bayern im Mittel 3.170 Euro und damit im Schnitt 600 Euro weniger als vollzeitbeschäftigte Männer. Im Freistaat arbeitet statistisch gesehen knapp jede vierte vollzeitbeschäftigte Frau (23,4 Prozent) im Niedriglohnbereich, bei den Männern ist es nur jeder Achte (11,3 Prozent). Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Passau ist der Anteil vollzeitbeschäftigter Frauen im Niedriglohnbereich sogar noch über dem bayerischen Schnitt. In der Stadt arbeiten 25,6 Prozent der Frauen zum Niedriglohn (2.091 von 8.159), im Landkreis mit 43,8 Prozent gar fast jede zweite (4.987 von 11.394).

Dazu Dennis Neubert, Kreisvorsitzender der Passauer LINKEN: „Es ist nichts Neues: Frauen sind in fast allen Bereichen des Arbeitsmarktes deutlich schlechter gestellt. Ein lang bekanntes und strukturelles Problem, das die Bundesregierung vor sich her schiebt. Notwendig ist eine entschlossene Politik, die prekärer Beschäftigung und dem Niedriglohnsektor einen Riegel vorschiebt. Die Corona-Krise hat uns allen viel abverlangt, insbesondere Frauen. Sie arbeiten überwiegend in systemrelevanten Berufen, die häufig schlecht bezahlt werden, wie z.B. Pflege, Erziehung, Einzelhandel, Reinigung. Und oben drauf schultern sie auch noch die Hauptaufgabe unbezahlter Sorgelast.“ Diese Schieflage in der Geschlechtergerechtigkeit könne deutlicher nicht sein. Der Frauentag sei der Tag des Kampfes um Gleichberechtigung der Frauen. „Politik muss mit Anerkennung, Zeit und Lohn für konkrete Maßnahmen sorgen. Wir brauchen einen gesamtgesellschaftliche Initiative zur Reduzierung von Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und eine deutliche Besserstellung von Frauen im Beruf und Privaten“, so Neubert.

Die Ungleichheit im Erwerbsleben spiegelt sich oftmals auch bei der Rente. Frauen sind deutlich häufiger als Männer im Alter auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – knapp 60 Prozent der Bezieher/-innen von Grundsicherung im Alter sind weiblich. Von den 435 Bezieher/-innen von Grundsicherung im Alter sind in der Stadt Passau 240 weiblich, dies entspricht einem Anteil von 55 Prozent. Im Landkreis ist die Quote sogar noch höher, denn dort sind unter den Bezieher/-innen von Grundsicherung im Alter 57,2 Prozent Frauen (460 von 804). Schaut man sich die Altersrenten in Bayern an, so lagen die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge von Frauen 2019 in Bayern mit 735 Euro noch unter dem Bundesdurchschnitt der Rentenzahlbeträge an Frauen, der im Mittel bei 792 Euro liegt. „Der beste Schutz vor Altersarmut sind gute Löhne. Daher fordern wir schon lange einen Mindestlohn von 13 Euro, von dem vor allem die Frauen profitieren würden, die im Niedriglohnbereich schuften müssen. Auch das Rentenkonzept der LINKEN, bei dem alle solidarisch einzahlen und es eine Mindestrente gibt, die wirklich vor Armut schützt, würde vielen Passauerinnen nutzen, wie der Blick nach Österreich belegt, wo die Renten im Schnitt um 800 Euro höher sind“, so Neubert.