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Schließung des Seniorenheims Mariahilf: DIE LINKE fordert Einsetzung eines Expertenrats

DIE LINKE kritisiert die geplante Schließung des Caritas-Seniorenheims Mariahilf scharf. Zwar nehme die ambulante Pflege immer weiter zu, aber auch die stationäre Pflege sei nach wie vor sehr wichtig, beispielsweise bei der Betreuung von Demenzpatienten. Man bedauere daher, dass die Caritas mit den baulichen Entwicklungen offenbar nicht schritthalten konnte und man sich nun für die Schließung der Einrichtung entschieden habe.

Die jüngst veröffentlichten Zahlen (PNP vom 25.11.2020) machten deutlich, dass die freien Pflegeplätze in Passau bei weitem nicht ausreichten, um die durch die Schließung des Seniorenheims Mariahilf wegbrechenden Plätze aufzufangen. Zudem werde aufgrund des demographischen Wandels auch in Zukunft der Bedarf an Pflegeplätzen sehr hoch sein.
Der LINKEN-Kreisvorsitzende Dennis Neubert findet für die Entscheidung zur Schließung des Seniorenheims deutliche Worte: „Für Bischof Oster und die Caritas spielen wirtschaftliche Aspekte anscheinend so eine große Rolle wie bei einem privaten Pflegekonzern. Es ist für eine kirchliche Einrichtung, die sich der Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit verpflichtet fühlen sollte, schlichtweg unwürdig, wenn nur knallhart auf die Zahlen geschaut wird, jedoch das Schicksal der Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehöriger offenbar nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint.“

Um in Passau in Zukunft ein zielgerichtetes Angebot für die Seniorinnen und Senioren sicherstellen zu können, fordert DIE LINKE daher die Einsetzung eines Expertenrats, der sich aus Vertretern der Wohnheimbetreiber, Politik, Medizin und Sozialverbände zusammensetzt. „Nun besteht genug Zeit, um ein tragfähiges und ganzheitliches Konzept zu entwickeln, wie man ein auf die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren optimal zugeschnittenes Angebot in Passau schaffen kann. Bei der Entwicklung des Konzeptes ist es daher auch wichtig, die Bewohnerinnen und Bewohner zu befragen, wie es ihnen bei der Wohnplatzsuche erging und welche Ansprüche sie an ein gutes Pflegeangebot haben“, ist Co-Kreisvorsitzende Regina Ertl überzeugt. Es müsse gewährleistet werden, dass den Menschen, die auch im Alter in Passau leben wollen, dies auch in Zukunft ermöglicht werde.

Hierbei könnte die Stadt Passau nach Meinung der LINKEN eine Vorreiterrolle einnehmen, damit jeder Mensch den passenden Pflegeplatz im Alter bekommt. Die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern müsse dabei auch stärker in den Blickpunkt rücken. Das Ziel müsse sein, ein gutes Angebot für alle zu schaffen, bei denen es um die Menschen und nicht um wirtschaftliche Aspekte geht. „Dabei muss nicht nur das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt stehen, sondern auch das der Pflegekräfte. Die Konsequenz darf nicht sein, dass in Passau Billiganbieter auf den Pflegemarkt drängen, die keinen Tariflohn zahlen. Stattdessen brauchen wir gute Pflegeplätze mit guten Arbeitsbedingungen und einer Bezahlung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Gute Pflege bedeutet nämlich auch, dass für die Beschäftigten attraktive Arbeitsbedingungen herrschen bei guter, also tarifgebundener Entlohnung“, so Neubert abschließend.