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v.l. Landtagskandidat Josef Ilsanker, MdB Susanne Ferschl, Bezirkstakskandidatin Christina Süß, Johanes Hagnauer Landtagskandidat
von Links: Landtagskandidat Josef Ilsanker, MdB Susanne Ferschl, Bezirkstagskandidatin Christina Süß und Landtagskandidat Johannes Hagnauer stehen für eine roten Hintergrund mit Aufdruck DIE LINKE

Josef Ilsanker

Schluss mit Manipulationen am Arbeitsmarkt und bei der Rente

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken Susanne Ferschl prangert in Passau an

Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, hat am Montag in der Peschl-Terrasse Breitseiten gegen eine ungerechte Vermögensverteilung, sachgrundlose Befristungen und bei der Leiharbeit abgeschossen. Dabei bemühte sich die Bundestagsabgeordnete alle ihre Argumentationen mit verbürgtem Zahlenmaterial zu untermauern. Gekommen war die bayerische Bundestagsabgeordnete auf Einladung des Passauer Landtagskandidaten Josef Ilsanker. Das Thema ihres Vortrags lautete „Gute Arbeit – bessere Renten“. Gleich zu Beginn geißelte Susanne Ferschl die extremen Vermögensunterschiede in Deutschland.

Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, hat am Montag in der Peschl-Terrasse Breitseiten gegen eine ungerechte Vermögensverteilung, sachgrundlose Befristungen und  bei der Leiharbeit abgeschossen. Dabei bemühte sich die Bundestagsabgeordnete alle ihre Argumentationen mit verbürgtem Zahlenmaterial zu untermauern. Gekommen war die bayerische Bundestagsabgeordnete auf Einladung des  Passauer Landtagskandidaten Josef Ilsanker.  
Das Thema ihres Vortrags lautete „Gute Arbeit – bessere Renten“. Gleich zu Beginn geißelte Susanne Ferschl die extremen Vermögensunterschiede in Deutschland.  Das reichste Prozent besitze ein Drittel des Gesamtvermögens, die oberen zehn Prozent kämen auf zweidrittel des Gesamtvermögens. Dieser Zustand sei untragbar. Die Rednerin stellte fest: “Nicht nur wir LINKE kritisieren diese enorm ungerechte Verteilung des Vermögens“, massive Kritik komme auch von der EU-Kommission und der OECD, und beide seien sicher nicht im Verdacht linke Lobby- Vereine zu sein. Das private Nettovermögen in Deutschland sei mittlerweile auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen, gleichzeitig aber die Kinderarmut deutlich gestiegen. „2,8 Millionen Kinder sind in Deutschland arm oder leben an der Schwelle zu Armut“, so Ferschl. Die Linken Abgeordnete forderte deshalb eine Umverteilung des Vermögens von oben nach unten. „Geld ist genug da, es ist nur ungerecht verteilt!“ 
Scharf Kritik äußerte die Gewerkschafterin auch an den Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre. Augenscheinlich wären zwar mehr Arbeitsplätze entstanden, deren Qualität aber weithin zweifelhaft. Zuwachs bedeute hier keinen Gewinn, vielmehr eine Zunahme an Teilzeit- und prekärer Beschäftigung. Dies sei mit den folgenden Zahlen zu belegen: Die geleisteten Arbeitsstunden seien seit der AGENDA 2010 nur unwesentlich gestiegen. 2017 auf rund  60 Milliarden. Der Anteil der Teilzeit an diesem Volumen erreichte im selben Jahr bereits einen Stand von 22 Prozent. Von unfreiwilliger Teilzeit seien vor allem Frauen betroffen. Trotz angeblichen Gegensteuerns lägen Leiharbeit und Befristungen weiter auf einem Rekordniveau, bei den Befristungen gab es sogar eine Verdoppelung auf 3,2 Millionen. 
Die Stellv. Fraktionsvorsitzende kritisierte vor diesem „skandalösen“ Hintergrund die zaghaften Versuche der Bundesregierung, den außer Rand und Band geratenen Arbeitsmarkt wieder zu regulieren. Diese seien oft nur Augenwischerei, „weil es zu viele Ausnahmen gibt“. DIE LINKE fordere ein Ende der sachgrundlosen Befristungen und bei der Leiharbeit den gleichen Lohn für gleiche Arbeit ab den ersten Tag und dazu einen Flexibilitätszuschlag von zehn Prozent. Nur so würde Lohndumping durch Leiharbeit, eine aktuelle Form der Ausbeutung von Menschen, verhindert. Das Ausufern der prekären Beschäftigung habe konkrete Folgen für die Einkommen.  die seit Ende der 90-er Jahre real gerade mal um 1,3 Prozent gestiegen seien. 40 Prozent der Beschäftigten hätten sogar Verluste hinnehmen müssen. Demgegenüber hätten sich die Gewinne der Unternehmen von 93 bis 2017 mehr als verdoppelt. Man dürfe sich fragen wodurch? In die Kritik der Abgeordneten gerieten auch die astronomischen Gehälter von Spitzenmanagern. Die geringen Einkommen haben nach Ansicht der Politikerin auch verehrende Auswirkungen auf die Renten. Der beschlossene Mindestlohn sei immer noch zu gering, um später eine Rente zu garantieren die ohne staatl. Zuschüsse auskomme.  Dazu sei ein Mindestlohn von gegenwärtig 12,64 Euro offiziell errechnet worden. Deshalb habe die LINKE das folgende Rentenmodell erarbeitet:
„Alle zahlen ein, also auch Politiker, Ärzte, Rechtsanwälte und Beamte. Das Rentenniveau wird auf 53 Prozent angehoben, Kindererziehung besser angerechnet und eine Mindestrente von 1050 Euro eingeführt.“ Dass dieses Modell funktioniere, zeige sich in Österreich: „Dort zahlen alle ein, es gibt eine Mindestrente von 1030 Euro und der Rentendurchschnitt liegt um rund 500 Euro höher als in Deutschland“.