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Stadt Passau setzt auf Verdrängungspolitik statt auf Problemlösungen

Nachdem nun das Alkoholverbot vom ZOB bis zur Ludwigstraße ausgeweitet wurde und sogar noch eine weitere Ausdehnung auf die obere und untere Bahnhofsstraße im Gespräch ist, spricht sich DIE LINKE in Passau klar gegen dieses Verbot aus. „Diese Verbote sind Scheinlösungen: Sie bewirken lediglich eine Verdrängung des eigentlichen Problems. Man muss sich an dieser Stelle fragen, ob man die Probleme, die wenige alkoholisierte verursachen, lösen will oder ob man alle Bürgerinnen und Bürger in kommerzielle Cafés, Lokale und Clubs zwingen möchte. Dass die Menschen trotzdem trinken und sich irgendwann alkoholisiert auf dem Heimweg Richtung ZOB machen, lässt sich durch dieses Verbot wohl nicht verhindern“ so Regina Ertl, Spitzenkandidatin der Linken.

Viele Probleme mit alkoholisierten Personen entstehen vor allem nachts. Keine Busse, keine freien Taxis und keine Polizeipräsenz, stattdessen Scheinlösungen. „Wenn also die feiernden Menschen sich nachts nach dem Club auf die Suche nach Taxis begeben, weil keine Busse mehr fahren und es zeitweise lang dauert bis man dann endlich eins bekommt, so ist es nicht verwunderlich wenn sich dadurch mehr An- und Betrunkene in der Stadt aufhalten und dies dann vermehrt zu Pöbeleien und Problemen führt. Diese Probleme verhindert das Verbot nicht“ findet Robert Stadler, Listenplatz 8. 

Für die Probleme, die am Tag entstehen, setzt DIE LINKE auf Streetworker und Anlaufstellen, wie z.B. einen Kontaktladen für Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen, wo sie niederschwellige Hilfsangebote vorfinden. Durch Einführung von Tabu-Zonen werden die Probleme nur in eine andere Straße verdrängt. „In der aktuellen Logik würde das bedeuten, dass der Stadtrat ein Alkoholverbot für den kompletten öffentlichen Raum in der Stadt aussprechen müsste. Vielleicht würden sich dann die Probleme minimieren, aber wer möchte noch in einer Stadt leben, wo man sich nicht mehr außerhalb kommerziellen Lokalitäten mit seinen Freunden auf ein Feierabendbier treffen kann,“ so Regina Ertl abschließend.