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Stimmenfang auf Kosten von Emerenz Meier

Kommunale Gleichstellungsdebatte statt Scheindiskussion.

Zum Vorschlag des CSU Kreisvorsitzenden Prof. Dr. Holm Putzke die Passauer Universität nach Emerenz Meier zu benennen erklärt Linken Spitzenkandidat für die Kommunalwahlen Josef Ilsanker: „Eigentlich müssten wir als Linke das Vorhaben unterstützen, jedoch bezweifeln wir die Ernsthaftigkeit des Vorschlages und befürchten, dass Dr. Putzke eher nur auf Stimmenfang gehen wollte.“ Wie Ilsanker betonte, könne er sich nicht vorstellen, dass die CSU bereit wäre, einer Marxistin und Atheistin, diese Ehrenwürde zukommen zu lassen.  Er denke, dass dieser Vorschlag eher mit dem anstehenden Kommunalwahlkampf zusammenhänge. Co-spitzenkandidatin Regina Ertl ergänzte: „Natürlich begrüßen wir es, wenn die Leistungen von Frauen dadurch geehrt werden, dass man Einrichtungen wie Universitäten nach ihnen benennt. Aber die Gleichstellung von Frauen muss auch in anderen Bereichen vorangetrieben werden.“ Wie Ertl erläutert, erhielten Frauen im Schnitt immer noch rund 20 Prozent weniger Gehalt wie Männer in den vergleichbaren Berufen und dies sei nur ein Beispiel von vielen, die die Ungleichheit belegen würden.

Das Spitzenduo betonte, anstatt Emerenz Meier und Benennung der Universität für den Kommunalwahlkampf zu instrumentalisieren, solle das Thema Gleichstellung ernsthaft angegangen werden. Der Vorschlag von Dr. Putzke könnte dann als Startschuss für eine kommunale Debatte genutzt werden. Bei dieser könne man dann Konzepte erarbeiten, wie z. B. der Anteil der Frauen in Spitzenpositionen der städtischen Töchter erhöht werden könne. Als erstes müsse man aber darüber reden, welche Maßnahmen der Stadtrat ergreifen muss, damit die Persönlichkeitsrechte von Frauen, die hilfesuchend Einrichtungen - z.B. von pro familia - aufsuchen, geschützt werden können. Schließlich seien diese 2019 über Wochen durch Teilnehmer einer Dauerkundgebung in unmittelbarer Nähe des Eingangs vom pro familia massiv verletzt worden, ohne dass die Stadt einschritt. Als Folge wurden deshalb zahlreiche Termine zur Familienberatung oder anderen Hilfsgesprächen abgesagt.