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Würzburg macht’s vor: Straßennamen-Kommission muss endlich kommen!

Viele bayerische Städte wie Augsburg oder München machten bereits vor, wie man mit Straßennamen mit Bezug auf die NS-Zeit umgeht. So nun auch Würzburg, wo eine Kommission bei 120 Straßen überprüft hat, ob deren Namensgeber in das NS-Regime verstrickt waren oder von ihm profitiert haben. Das Ergebnis: vier Straßen werden nun umbenannt und für die Anwohner*innen entstehen dabei keine Kosten. Dazu erklärt Dennis Neubert, Kreisvorsitzender der Passauer LINKEN: „Das Beispiel Würzburg macht deutlich: Wenn der politische Wille vorhanden ist, dann ist auch ein ehrlicher Umgang mit der NS-Vergangenheit möglich. Leider haben die Mehrheitsfraktionen SPD, CSU, FDP und FWG im Dezember verhindert, dass auch in Passau eine Kommission zur Untersuchung von Straßennamen mit Bezug auf die NS-Zeit eingerichtet wird. Wenn man weiter die Aufarbeitung der Vergangenheit blockiert, muss man langsam um den Ruf der Stadt Passau fürchten, den es leider zu Zeiten Anna Rosmus schon einmal hatte, als auch damals die Widerstände gegen eine schonungslose Aufarbeitung der Vergangenheit sehr groß waren. Im Jahre 2022 sollten wir hier allerdings schon deutlich weiter sein, doch anscheinend hat unsere Stadt immer noch massive Probleme, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Wir müssen aufpassen, dass uns Andere nicht den provinziellen Ruf verpassen, nicht in der Lage zu sein, sich offen der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.“

Der Stadtrat müsse nun endlich den Weg frei machen für eine unabhängige Kommission zur Untersuchung strittiger Straßennamen. „Es braucht eine objektive wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Politische Entscheidungen wie zuletzt im Kulturausschuss im Dezember, bei denen Politiker*innen möglicherweise beeinflusst sind von der Angst, sich unbeliebt zu machen und nicht mehr gewählt zu werden, sind bei diesem Thema definitiv fehl am Platz“, so Neubert. „Ebenso wenig sind die immer wieder ins Feld geführten und plötzlich als wissenschaftliche Analysen deklarierten Bachelor-Arbeiten von Uni-Student*innen dazu geeignet, als Entscheidungsgrundlage zu dienen. Der im Dezember entgegen aller vorherigen Ankündigungen abgeräumte Expertenrat muss schnellstens kommen, damit auch die Stadt Passau bei der Aufarbeitung der Vergangenheit dort ankommt, wo andere bayerische Städte längst sind.“