Max Matheis Straße - Passau darf sich nicht an der Entscheidung Rudderting orientieren
Begründung des Rudertinger Bürgermeisters verharmlosend und gefährlich
Zum Beschluss der Gemeinde Ruderting zur Beibehaltung des Straßennamens Max-Matheis-Straße erklärt Josef Ilsanker, Kreisvorsitzender der LINKEN. Kreisverband Passau: „Der Beschluss des Gemeinderates ist ein großer Fehler. Die Begründung, die Bürgermeister Müller in der Passauer Neuen Presse abgab, war verharmlosend und gefährlich. Passau darf sich bei der Prüfung zur Aberkennung der Ehrungen nicht an Ruderting orientieren.
Die Begründung von Bürgermeister Müller, Matheis sei nur ein Täter der Feder gewesen, weisen wir auf das Schärfste zurück. Sind es nicht die Täter der Feder und des Wortes, die den Weg bereiten? Kaum einer weist die Macht und die Schuld von Menschen wie Streicher oder Rosenberg zurück. Sie waren diejenigen, die andere zur Waffe greifen lassen.
Auch im gegenwärtigen Kontext ist das falsch. Allein die Tatsache, dass sich seit den Aktivitäten von PEGIDA und Co. die Übergriffe auf Flüchtende und auf Flüchtlingsunterkünfte mehr als verdoppelt haben, sollte uns eine Warnung sein. Die Täter der Feder und des Wortes agieren Hand in Hand mit den Tätern der Waffe.
Die Ehrung für das NSDAP-Mitglied und SA-Truppenführer Matheis beizubehalten, weil man so viele Jahre nach seinem Handeln nicht mehr urteilen dürfte, ist ein Schlag ins Gesicht vieler Opfer des Naziregimes. Matheis erhielt viele seiner Ehrungen in einer Zeit, als Biographien geglättet wurden, statt die Geschichte aufzuarbeiten. Es ist eine Kränkung gegenüber den Menschen, die für ihre Verdienste zu Recht geehrt wurden und nun in einem Atemzug mit Blut- und Boden-Dichtern und Hitlerverehrern genannt werden.
Wir werden uns deshalb auch mit einem Schreiben an den Bürgermeister Müller und dem Rudertinger Gemeinderat wenden, damit sie ihre Entscheidung und insbesondere ihre Begründung dafür noch einmal überdenken," so Josef Ilsanker abschließend. (red)
