Rücknahme der Ehrungen für Max Mattheis

Der vor kurzem in der Sonderbeilage der "Passauer Neuen Presse" "Heimatglocken" erschienene Aufsatz über Max Matheis, Heimatdichter, Ehrenbürger und Namensgeber für eine Straße im Passauer Westen, hat im Vorstand und bei den Mitgliedern der Linken im örtlichen Kreisverband große Empörung ausgelöst. Man kam zu der Entscheidung, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einzutreten, dass Matheis die Ehrenbürgerwürde (wie sehr schnell Adolf Hitler) aberkannt und die nach ihm benannte Straße so schnell wie möglich umgewidmet wird.

Dr. Stefan Rammer, Autor des Artikels vom 4.9.2014, berichtet schonungslos, faktisch hieb- und stichfest wie mit Fotos untermauert von den Aktivitäten und Äußerungen des ehemaligen Lehrers Matheis im Dienste des verbrecherischen Naziregimes. Unbestritten war er strammer Antisemit und hoher SA-Führer. Als forscher Offizier gab er sich dem Bericht zufolge beim Polenfeldzug nicht zimperlich und ließ sich gern beim Schießen fotografieren. Noch eindeutiger aber sind seine Adolf Hitler und das Regime verherrlichenden Verbalergüsse. In einem davon macht der "Dichter" den "Führer" sogar zum Sprachrohr Gottes. Sehr viele von Matheis' heimattümelnden Schriften triefen von Blut- und Boden-Ideologie, wie Dr. Rammer in seinem Bericht auch bestätigt.

Dass Matheis ziemlich schnell den Entnazifizierungsstempel der Alliierten erhielt liegt wohl vorwiegend daran, dass Lehrer eben dringend gebraucht wurden. Dass ihn die Stadt aber dann auch noch mit Ehren überhäufte, ist wohl dem damaligen Zeitgeist geschuldet, der die Schlimme Zeit lieber unter den Teppich kehrte, Nach Veröffentlichung dieser "Heimatglocken"-Seite hätte eigentlich ein Aufschrei durch die Bürgerschaft gehen müssen. Für die Linke ist es nach allgemeiner Kenntnis der Sache Matheis unerträglich und dem Ansehen der Stadt erheblich abträglich, wenn der jetzige Zustand aufrechterhalten wird. Allein pure Rücksichtnahme auf noch lebende Naziopfer gebietet eine schnelle Entscheidung, so die einhellige Meinung bei den Linken.

Der Stellv. Kreisvorsitzende Martin Ascher erklärte, man werde sich zunächst in der Angelegenheit mit Oberbürgermeister Jürgen Dupper in Verbindung setzen, aber auch versuchen, mit den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates eine gemeinsame Lösung anzustreben: "Passau hat einen solchen Ehrenbürger nicht verdient. Und die Max-Matheis-Straße sollte bald einen anderen Namen tragen."