„Es kann jede und jeden treffen“ – Claudia Zöls will Unterstützung sichern und Teilhabe stärken
„Es kann jede und jeden treffen – durch Krankheit, einen Unfall oder im eigenen familiären Umfeld.“ Mit diesen Worten äußert sich die neu gewählte Kreisrätin Claudia Zöls (Die Linke) zu den aktuellen Diskussionen über mögliche Einsparungen im Sozialbereich.
Zöls macht deutlich, dass hinter politischen Debatten konkrete Lebensrealitäten stehen:
„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, ein Alltag, eine Familie. Für viele geht es nicht um zusätzliche Leistungen, sondern um die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben.“
Im Landkreis Passau leben bei rund 194.000 Einwohnerinnen und Einwohnern schätzungsweise 30.000 bis 35.000 Menschen mit Behinderung. Etwa 2.000 bis 4.000 von ihnen sind im Alltag auf Unterstützung angewiesen. Grundlage dieser Schätzungen sind Statistikdaten des Bayerischen Landesamts für Statistik und des Statistischen Bundesamts zu Menschen mit Behinderung in Bayern und Deutschland.
„Viele dieser Menschen sind auf verlässliche Unterstützung angewiesen – etwa durch Assistenzleistungen, Beratungsangebote oder Hilfen in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Bildung. Wird diese Unterstützung unsicher, geraten oft ganze Lebensentwürfe ins Wanken“, so Zöls.
Die Kreisrätin verweist dabei auch auf ihre persönliche berufliche Erfahrung:
„Ich habe selbst im ambulanten Behindertendienst gearbeitet und erlebt, wie wichtig diese Unterstützung für viele Menschen ist. Gerade im ländlich geprägten Landkreis Passau brauchen viele Menschen mit Behinderung verlässliche Unterstützung. Viele können nicht selbst Auto fahren und sind auf Busverbindungen, Fahrdienste oder wohnortnahe Unterstützung angewiesen. Wenn Angebote gekürzt oder Wege weiter werden, wird der Alltag schnell zur Belastung.“
Ambulante Assistenz- und Betreuungsangebote ermöglichten vielen Betroffenen überhaupt erst ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung sowie gesellschaftliche Teilhabe. Das betreffe nicht nur die Menschen mit Unterstützungsbedarf selbst, sondern auch ihre Familien und Angehörigen.
Gleichzeitig weist Zöls darauf hin, dass viele Menschen die aktuelle Entwicklung kritisch wahrnehmen:
„Während über Einsparungen im sozialen Bereich gesprochen wird, steigen gleichzeitig die Bezüge von Abgeordneten. Das führt bei vielen zu Unverständnis.“
Die neu gewählte Kreisrätin betont, dass Unterstützungsangebote in verschiedenen Lebensbereichen ineinandergreifen und nicht isoliert betrachtet werden dürften. Dazu zählten neben Alltagshilfen auch Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Bildung.
„Teilhabe und Inklusion müssen im Alltag funktionieren. Dafür braucht es verlässliche Strukturen“, erklärt Zöls. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung spricht sie sich dafür aus, soziale Leistungen langfristig abzusichern und weiterzuentwickeln.
„Es ist wichtig, dass Unterstützung verlässlich bleibt – für die Menschen heute und für alle, die morgen darauf angewiesen sein könnten.“
Zöls kündigt an, sich im Kreistag dafür einzusetzen, die Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf stärker sichtbar zu machen sowie bestehende Angebote im Landkreis zu sichern und auszubauen. Mit diesem Ansatz wolle Die Linke dazu beitragen, den Landkreis Passau sozial gerecht, lebendig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

