Klares Bekenntnis zu den Stadtwerken gefordert: Linke stellen Antrag zu zukunftsfähigem, kommunalem ÖPNV – Busverkehr soll auch nach 2029 in städtischer Hand bleiben
Der städtische Busverkehr muss in den Händen der Stadtwerke Passau (SWP) bleiben und konsequent modernisiert werden. Das fordert die Fraktion Die Linke in einem umfassenden Antrag, den sie am Donnerstag an Oberbürgermeister Rother gestellt hat. Kernziel: Der ÖPNV soll auch über 2029 hinaus, wenn der Auftrag neu vergeben wird, von den Stadtwerken ausgeführt werden – nur so könne die Stadt Qualität, Linienstruktur und Taktung dauerhaft kontrollieren und verbessern.
„Die Diskussionen rund um die geplanten Kürzungen im Busverkehr haben gezeigt, dass wir ein starkes Bündnis für unseren städtischen ÖPNV brauchen“, sagt Stadträtin Verena Hartmann. „Gemeinsam mit den Fahrgästen und den Busfahrerinnen und Busfahrern wollen wir die Stadtwerke und den Busverkehr in Passau stärken. Damit stellen wir uns bewusst gegen diejenigen in dieser Stadt, die uns die Busse wegkürzen wollen.“
Hartmann betont die gesellschaftliche Bedeutung des Busverkehrs: „Unser Busverkehr ist die Grundlage für einen klimafreundlichen und staufreien Verkehr. Unsere Busfahrerinnen und Busfahrer bringen jeden Tag die Rentnerin zur Arztpraxis und die Krankenschwester zur Arbeit. Wir schulden es dieser Stadt, im Stadtrat alles daran zu setzen, dass alle Menschen in Passau mobil bleiben.“
Modernisierung und Fördermittel nutzen
Im Hinblick auf die anstehende Ausschreibung des ÖPNV und den Zustand des Fuhrparks sollen die Stadtwerke eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse vorlegen. Besonderes Augenmerk gilt dabei Klimaschutz, Barrierefreiheit, Lade- und Tankinfrastruktur sowie dem Personalbedarf. Um notwendige Investitionen in elektrische Busse zu stemmen, sollen alle in Frage kommenden Förderprogramme systematisch geprüft und ausgeschöpft werden.
„Mit der nächsten anstehenden Vergabe von Verkehrsleistungen steht eine grundlegende Entscheidung über die künftige Ausrichtung des Passauer Verkehrsbetriebs an“, sagt Fraktionsvorsitzende Nika Kolitz. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um kommunale Gestaltungsspielräume zu sichern und den ÖPNV konsequent klimafreundlich und nutzerfreundlich weiterzuentwickeln.“
Beruf der Busfahrer attraktiver machen
Ein weiterer Schwerpunkt des Antrags ist die Situation der Beschäftigten. Die Linke fordert ein Maßnahmenpaket zur Attraktivitätssteigerung des Busfahrer-Berufs – mit verbesserten Schichtmodellen, besserem Schutz vor Übergriffen und dem langfristigen Ziel, den Anteil von Subunternehmern auf null zu reduzieren.
„Der Ausbau des ÖPNV ist ohne nachhaltige Personalsicherung nicht möglich“, betont Stadtrat Phillip Dafinger. „Ohne attraktive und sichere Arbeitsbedingungen sowie professionelle Entwicklungsperspektiven bleiben Qualität und Taktung hinter den Zielen zurück. Es kann nicht sein, dass sich die Busfahrerinnen und Busfahrer Sorgen machen müssen, dass ihre Arbeitsplätze bei den SWP langfristig nicht sicher sind.“
Bericht vor Neuausschreibung gefordert
Um den Fortschritt bei den Stadtwerken verfolgen zu können, beantragen die Linken einen zusammengeführten Bericht der SWP über Bedarfsanalyse, Priorisierung, Förderungen und ein Beschaffungskonzept für den Fuhrpark. Dieser Bericht soll dem Aufsichtsrat und dem Stadtrat spätestens vor Beginn der Neuausschreibung vorgelegt werden – mit konkreten Finanzierungsvorschlägen und Entscheidungsempfehlungen.
Die Finanzierung soll durch eine Kombination aus Eigenmitteln, kommunaler Budgetplanung und Förderprogrammen erfolgen. „Wir müssen in unseren Busverkehr, in E-Busse und die Stadtwerke investieren, statt alles kaputt zu sparen. Denn die Kosten werden größer, wenn wir jetzt nichts tun“, mahnt Hartmann.

