Linke in Niederbayern und der Oberpfalz fordert Möglichkeit zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen an öffentlichen Kliniken

Mika Salveter
Pressemitteilungen

Die Linke Niederbayern sowie der Oberpfalz wollen Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung in allen Kliniken Ostbayerns mit gynäkologischer Abteilung ermöglichen.

In ganz Niederbayern gibt es für 1,2 Millionen Menschen nur drei Praxen und keine einzige Klinik, in denen Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung durchgeführt werden. In der Oberpfalz gibt es für 1,1 Millionen Menschen lediglich eine Praxis und eine Klinik. Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung machen über 96% aller Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland aus.

Der Mangel an Anlaufstellen führt dazu, dass häufig der Zeitraum überschritten wird, in dem ein Schwangerschaftsabbruch überhaupt noch straffrei möglich ist. Auch die Auswahl an Methoden – medikamentös bis zur 9. oder operativ bis zur 12. Schwangerschaftswoche – ist räumlich begrenzt. Damit wird neben §218 des Strafgesetzbuches auch durch Wartezeiten faktisch das Recht auf körperliche Selbstbestimmung angegriffen. 

„Es ist blanker Hohn, dass die bayerische Staatsregierung behauptet, es gebe eine ausreichende Versorgung. Viele ungewollt Schwangere aus Niederbayern und der Oberpfalz müssen stundenlange Fahrten nach München oder Nürnberg auf sich nehmen, obwohl Schwangerschaftsabbrüche Teil der medizinischen Grundversorgung sind“, so Nika Kolitz, OB-Kandidatin in Passau und Co-Initiatorin der Petition „Passau for choice – Schwangerschaftsabbrüche am städtischen Klinikum ermöglichen“. 

„Überall dort, wo die Kliniken in kommunaler Hand sind, müssen die Kommunen die Klinikleitungen anweisen, die Voraussetzungen für Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung zu schaffen und sie durchzuführen. Die Kapazitäten für das Personal müssen dringend aufgebaut werden!“, so Sebastian Wanner, Oberbürgermeisterkandidat für Regensburg. 

Er führt fort: „Dass sich in Regensburg die kirchlichen Träger und das Uniklinikum aus der Verantwortung stehlen, ist Wahnsinn. Gesundheitsversorgung darf doch keine Glaubenssache sein!“

„Es ist eine Form patriarchaler Gewalt, ungewollt Schwangeren die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs zu erschweren oder ganz zu verwehren. Jeder Mensch sollte selber über sich und seinen Körper zu entscheiden. Als Linke stehen wir fest an der Seite von Betroffenen und fordern: Unsere Kliniken müssen für alle Menschen da sein!", so Melanie Falkowski, Landratskandidatin für Deggendorf.