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Linke Passau präsentiert Plan für Ermöglichung von Schwangerschaftsabbrüchen am städtischen Klinikum

Mika Salveter
Pressemitteilungen

Die Linke Passau hat einen Plan präsentiert, um Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung am städtischen Klinikum zu ermöglichen. Damit möchte die Partei die Versorgungslücke schließen, unter der ungewollt Schwangere in der Region momentan zu leiden haben. Durch eine neue Stelle am Klinikum sollen ungewollt Schwangere nicht mehr weit reisen müssen.

 

Derzeit gibt es in ganz Niederbayern drei Ärztinnen, die in ihrer Praxis ambulant Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung durchführen. Die Beratungsregelung macht über 96% aller Abbrüche aus. Regelmäßig werden jedoch Patient*innen abgewiesen. Eine Praxis befindet sich im Landkreis Landshut, eine im Landkreis Passau und die andere in der Stadt Passau. Die Landshuter Ärztin und die Ärztin im Landkreis Passau führen lediglich medikamentöse Abbrüche bis zur 9. Schwangerschaftswoche durch. Viele Schwangere wissen da noch nicht, dass sie schwanger sind. In der Passauer Praxis werden nur operative Abbrüche bis zur 12. Schwangerschaftswoche angeboten. Und es gibt dort nur alle zwei Wochen einen Tag, an dem Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Das bedeutet, dass ungewollt Schwangere aus Passau für einen Schwangerschaftsabbruch teils bis nach München reisen müssen.

 

„Ungewollt Schwangere müssen endlich auch in Passau eine ordentliche medizinische Grundversorgung erhalten. Doch derzeit verhindern das zwei Stadtratsbeschlüsse und OB Jürgen Dupper. Er behauptet, dass es niemanden am Klinikum gibt, der Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung durchführen würde. Dabei wären das Wissen und die medizinische Ausstattung für diesen sicheren gynäkologischen Eingriff auch an unserem Klinikum selbstverständlich vorhanden. Wer etwas anderes behauptet, gefährdet wissentlich die Gesundheit von Frauen," so Luke Hoß, Bundestagsabgeordneter aus Passau.

 

Denn solange die Stadtspitze sich gegen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung stelle, sei nicht ersichtlich, ob es überhaupt stimmt, dass niemand aus der gynäkologischen Abteilung bereit ist, Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung durchzuführen. Genau hier setzt Die Linke an.

 

„Wir werden die Stadtratsbeschlüsse aufheben, die Schwangerschaftsabbrüche am Klinikum verbieten, und ich werde als Oberbürgermeisterin die Klinikumsleitung anweisen, Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung anzubieten. Sollte es momentan niemanden geben, der diese durchführen wird, werden wir eine Stelle in der Gynäkologie mit genau diesem Aufgabenprofil ausschreiben,“ so Nika Kolitz, OB-Kandidatin für Passau.

 

Mit dieser Maßnahme möchte die Oberbürgermeisterkandidatin die Forderung der Petition „Passau for Choice“ des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung umsetzen. Kolitz hatte die Petition 2021 mitinitiiert, um die Versorgungslage für ungewollt Schwangere in Niederbayern zu verbessern. Über 6.600 Menschen hatten die Petition unterschrieben.

 

Doch Die Linke hat auch einen Plan B in der Hinterhand. Sollte die neue Stelle nicht schnell genug besetzt werden, könnte das Klinikum auch nur Räumlichkeiten und Ausstattung für Gynäkolog*innen aus der Region zur Verfügung stellen, die dort dann regelmäßig Abbrüche durchführen

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