Sigi & Barbara bleiben – Passau steht zusammen!
Hinweis: Der Druck der Partei hat gewirkt: Die Südhausbau hat die Zwangsräumung gestoppt. Barbara und Sigi sind nicht obdachlos geworden.
Der Immobilienkonzern Ottmann GmbH & Co. Südhausbau KG will am 08. April 2025 eine Zwangsräumung einer kleinen Familie in Passau durchführen. Grund dafür ist ein unverschuldeter Mietrückstand, den die Betroffenen mit Hilfe des Jobcenters begleichen könnten. Doch trotz dieser Aussicht weigert sich der Konzern, die Räumung auszusetzen. Die Betroffenen sind Barbara und Sigi mit ihrem achtjährigen Sohn, denen nun deshalb die Wohnungslosigkeit droht.
„Ich habe Barbara, Sigi und ihren Sohn als eine unglaublich liebe Familie in der Nachbarschaft kennen lernen dürfen. Barbara macht gerade eine Umschulung, die das Jobcenter angeraten hat. Sigi ist arbeitsunfähig, aber er kümmert sich um die kleine Grünanlage vorm Haus und sammelt Müll auf. Ihr Sohn geht in Passau zur Schule. Hier sind sie mit ihren Nachbar*innen vernetzt und haben ein zu Hause gefunden. Die Südhausbau wirbt auf ihrer Homepage mit einem „respektvollen Miteinander“ und einer Stiftung, die bedürftigen Menschen Wohnraum gibt. Die proklamierten Werte gelten wohl nicht im Verhältnis zu Barbara und Sigi,“ erklärt Luke Hoß, Bundestagsabgeordneter für Passau.
Hintergrund der drohenden Räumung ist eine fehlerhafte Kommunikation mit dem Jobcenter, das die Miete für die Wohnung zahlt. Ein gesetzlicher Betreuer hatte eine Mieterhöhung der Ottmann GmbH & Co. Südhausbau KG nicht wie abgesprochen an das Jobcenter weitergeleitet. Dadurch wurde die Mietzahlung nicht angepasst, sodass sich Mietrückstände angesammelten. Auf die Mietrückstände beruft sich die Südhausbau in der Kündigung und dem Urteil zur Räumung, das nun vom Gerichtsvollzieher vollstreckt werden soll. Mitglieder der Partei Die Linke, die eine Rat und Hilfe Sprechstunde im Büro der Partei anbieten, halfen dabei, die Situation aufzuklären. Es gibt nun also die Zusage des Jobcenters, die Mietrückstände in einem Zug zu überweisen und die erhöhte Miete zu zahlen. Dafür müsste die Südhaus GmbH lediglich zusichern, dass die Familie ein Dach über dem Kopf behält.
„Es liegt nun an der Südhausbau, ob sie ihr Geld bekommt und die Familie ihr Zuhause behält, oder ob sie trotz der Zusicherung auf ihr Geld an der Räumung festhält. Die Nachbar*innen im Haus haben ihre Position deutlich gemacht. Viele von ihnen haben dafür unterschrieben, dass Barbara und Sigi bleiben können. Das zeigt: Die Südhausbau möchte mutwillig eine gute Nachbarschaft zerstören,“ erklärt Nika Kolitz, Kreisvorsitzende Die Linke Passau.
Ein weiteres Problem stellt der angespannte Wohnungsmarkt dar. Auf die Schnelle finden Barbara und Sigi keine Ersatzunterkunft – in Passau gibt es nicht einmal Familienunterkünfte, auf die in diesem Notfall zurückgegriffen werden könnte. Mit anwaltlicher Hilfe wurde wenigstens ein Aufschub der Räumung ersucht, damit die Familie nicht auf der Straße landet, sondern noch Zeit hat, eine wenigstens vorübergehende Bleibe zu finden. Um die Räumung noch zu verhindern, haben sich verschiedene Akteure der Passauer Zivilgesellschaft zusammengeschlossen. Denn Barbara, Sigi und ihr Sohn wollen dort bleiben, wo sie als Familie endlich angekommen sind, ihr Zuhause gefunden und sich ein Leben aufgebaut haben.
Wir fordern die Ottmann GmbH & Co. Südhausbau KG dazu auf, die Räumung umgehend zu stoppen und die Kündigung zurückzunehmen. Das Unternehmen darf seine Macht nicht dazu ausnutzen, willkürlich eine Familie auf die Straße zu setzen, die alles in ihrer Macht stehende getan hat, um dem Streit beizulegen.

