Wohnungsnot im Landkreis Passau - Linke Passau fordert Unterstützung der Kommunen durch den Landkreis
Der Kreisverband der Linken in Passau warnt davor, dass nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Landkreis Passau bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird. Gleichzeitig stehen hier laut dem letzten Zensus mehr als 3000 Wohnungen seit über 12 Monaten leer.
Viele Menschen finden keine passende Wohnung mehr. Dieser Umstand betrifft besonders Haushalte mit geringem Einkommen, Rentner und Menschen, die auf Sozialwohnungen angewiesen sind. „Wir erleben hier im Landkreis ganz konkret eine Wohnungsnot“, erklärt Marcel Grobauer, Kandidat für den Kreistag auf Listenplatz 1. „Das merken wir auch in unseren Gesprächen mit den Menschen vor Ort. Die Leute ziehen nicht mehr um, trauen sich nicht mehr, schlechte Wohnverhältnisse gegenüber dem Vermieter zu bemängeln und hoffen einfach nur, dass ihnen nicht gekündigt wird.“ Auch aktuelle Untersuchungen bestätigen diese Entwicklung. Der kürzlich veröffentlichte „Soziale Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts, der gemeinsam mit dem Bündnis „Soziales Wohnen“ erstellt wurde, weist bundesweit einen massiven Mangel an bezahlbarem Wohnraum aus. Für den Landkreis Passau zeigt die Studie ebenfalls ein deutliches Defizit, insbesondere bei Sozialwohnungen. Dabei gäbe es eine naheliegende Entlastung: Tausende Wohnungen stehen im Landkreis leer und das trotz der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt. “Jeder kennt Immobilien in seinem Ort, die seit langer Zeit leer stehen. Könnten wir nur 40% dieser Wohnungen nutzen, wäre dies der schnellste Weg, die Wohnungsnot vor Ort zu lindern“, betont Sebastian Förg, Kandidat für den Kreistag auf Listenplatz 2. „Gerade im ländlichen Raum stehen Wohnungen oft leer, weil die Vermietung oder Renovierung als zu aufwändig erscheint. Hier muss der Landkreis den Kommunen helfen.“ Nach Ansicht der Kandidierenden braucht es deshalb konkrete politische Lösungen auf kommunaler Ebene. Ziel müsse sein, leerstehende Gebäude schnellstmöglich für den sozialen Wohnungsbau verfügbar zu machen. Claudia Zöls, Kandidatin für den Kreistag auf Listenplatz 3, schlägt dazu vor: „Wenn ein Haus jahrelang leer steht, geht es irgendwann kaputt. Da ist es doch auch für die Besitzer besser, es lebt jemand darin. Und hier könnte die lokale Politik helfen: Indem zum Beispiel die Gemeinde die Verwaltung der Wohnungen übernimmt und Menschen mit Anspruch auf Sozialwohnungen gegen Bezahlung von Verwaltungs-, Reparatur- und Nebenkosten in den Wohnungen leben dürfen.“
Hier die angegebene Studie
https://mieterbund.de/app/uploads/2026/01/Sozialer-Wohnmonitor-2026.pdf
Hier die Leerstandszahlen aus dem Zensus 2022
